Dr. Alexandra Schmied – Senior Projektmanager bei der Bertelsmann Stiftung

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Wie arbeiten wir in 10 Jahren? Während wir heute oftmals in tradierten Strukturen arbeiten und denken, schreitet die technologische Entwicklung mit weiter zunehmender Dynamik voran. Entwicklungszyklen verkürzen sich, während wir selbst kaum mithalten können. Betrachtet man unter diesem Aspekt insbesondere die sich verändernde Arbeitswelt, so stellt sich die Frage:  Wie wird “neue Arbeit” aussehen? Um diese Fragestellung aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, habe ich Wissenschaftler, Geschäftsführer, Personalfachleute, Führungskräfte, Selbstständige und Angestellte zu Ihrer Vision von Arbeit in 10 Jahren (2024/2025) befragt.


Alexandra-SchmiedDr. Alexandra Schmied

betreut bei der Bertelsmann Stiftungen Gütersloh unter anderem das Thema „Lebenswerte Arbeitswelten - Verantwortung der Unternehmen“. Sie wirkt damit an einem Hebel, der in vielfältiger Weise Einfluss auf die Entwicklung der Arbeitswelt der Zukunft nimmt.

 


Liebe Frau Dr. Schmied, ich freue mich sehr, dass Sie Sich bereit erklärt haben Ihre Gedanken und Ihre persönlichen ArbeitsVisionen2025 hier mit uns zu teilen.

Welche 3 Begriffe fallen Ihnen spontan zum Thema „Arbeiten im Jahr 2025“ ein?

  • Flexibel
  • Ergebnisorientiert
  • Lernend

Was verbinden Sie mit diesen Begriffen? 
Ich denke, dass wir in Zukunft (in den Bereichen wo es möglich ist!), sehr viel flexibler arbeiten werden, als wir es heute tun. Das gilt insbesondere für den Arbeitsort. Präsenspflichten gehören dann hoffentlich der Vergangenheit an. Außerdem wird im Ringen um gute Konzepte mehr auf die Expertise von Mitarbeitern abgestellt, als auf die Stufe der Hierarchie – sodass man ergebnisorientiert an Lösungen arbeiten kann. Zu guter Letzt werden wir uns wohl alle aus unserer Komfortzone heraus bewegen müssen und uns jeglicher Art von neuen Themen, Arbeitsweisen und Ansetzen öffnen müssen.

Was denken Sie wie, wo und mit wem wir 2025 arbeiten? 
Wir werden noch vernetzter arbeiten – mit allen Vor-und Nachteilen. Wir haben hoffentlich gelernt die Synergien des vernetzten Arbeitens zu nutzen, ohne uns mit unzähligen Abstimmungsschleifen zu lähmen.

Was hat sich in den letzten 10 Jahren, also in der Zeit von 2004 bis heute, konkret verändert? Können Sie ein paar Beispiele nennen?
Die zunehmende Digitalisierung hat den frühen Wiedereinstieg in den Beruf von Müttern (und Vätern) vereinfacht. Die Digitalisierung führt auf der anderen Seite zu einem enormen Anstieg der Geschwindigkeit in der gearbeitet wird bzw. werden kann. Es fällt immer schwerer einzelne Arbeitspakete abzuschließen, da man sofort ein Feedback erhält mit Änderungswünschen oder Anschlussaufträgen – es kommt immer häufiger zu Überlappungen. Dadurch sind stressbedingte Erkrankungen stark angestiegen.

Warum ist das so? 
Wir haben noch nicht gelernt mit dem Segen der Digitalisierung verantwortungsvoll umzugehen und so wird aus diesem „Segen“ oft ein Fluch.

Was wünschen Sie sich persönlich für 2025 in Bezug auf Ihre Arbeit?
Mehr Zeit zum Innehalten und zum Nachdenken!

Vielen Dank für Ihre Teilnahme an der Interviewreihe - ich freue mich schon 2025 mit Ihnen gemeinsam diese Antworten noch einmal zu diskutieren.

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