Axel Kersten – Freiberuflicher Team- und Organisationsberater

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Wie arbeiten wir in 10 Jahren? Während wir heute oftmals in tradierten Strukturen arbeiten und denken, schreitet die technologische Entwicklung mit weiter zunehmender Dynamik voran. Entwicklungszyklen verkürzen sich, während wir selbst kaum mithalten können. Betrachtet man unter diesem Aspekt insbesondere die sich verändernde Arbeitswelt, so stellt sich die Frage:  Wie wird “neue Arbeit” aussehen? Um diese Fragestellung aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, habe ich Wissenschaftler, Geschäftsführer, Personalfachleute, Führungskräfte, Selbstständige und Angestellte zu Ihrer Vision von Arbeit in 10 Jahren (2024/2025) befragt.


Axel KerstenAxel Kersten

war viele Jahre als Führungskraft in verschiedenen Marketing- und Personalfunktionen, u.a. bei T-Mobile und SAP. Inzwischen ist er freiberuflich und für Senn Delaney als Team- und Organisationsberater tätig. Er arbeitet mit Führungskräften in einem internationalen und interkulturellen Umfeld an ihren Herausforderungen beim Managen komplexer Strukturen.


Lieber Axel, ich freue mich sehr, dass Du Dich bereit erklärt hast Deine Gedanken und Deine persönlichen ArbeitsVisionen2025 hier mit uns zu teilen. 

Welche 3 Begriffe fallen Dir spontan zum Thema „Arbeiten im Jahr 2025“ ein?
Da ich einer der Interviewpartner der Studie „Gute Führung“ war, ist es wahrscheinlich nicht mehr ganz spontan, aber here we go:

  • Demokratisierung
  • Flexibilisierung
  • Host Leadership

Was verbindest Du mit diesen Begriffen? 
Demokratisierung ist für mich die zunehmende Beteiligung von ganzen Teams an Entscheidungs- und Management-Prozessen, sei es bei der strategischen Ausrichtung eines Teams oder Unternehmens, bei der Entlohnung und der Verteilung möglicher Boni, bei der Ernennung und ggf. „Wahl“ von Führungskräften oder bei der Ausgestaltung der eigenen Karriere und der eigenen Arbeitswelt. Zu Flexibilisierung wurde schon so viel geschrieben und meines Erachtens ist die Flexibilisierung der Arbeitswelt, angetrieben durch technologischen Fortschritt, gesellschaftlichen Wertewandel und mehr Selbstbewusstsein junger Arbeitskräfte, tatsächlich nicht mehr aufhaltbar. Weniger Kontrolle, mehr Selbstbestimmung – das wird 2025 Realität sein. Führungskräfte von morgen müssen meines Erachtens die Haltung eines Moderators und Coaches einnehmen, um den Anforderungen der neuen Arbeitswelt, der zunehmenden Komplexität und der zunehmenden Demokratisierung gerecht zu werden. Das alte Top Down - Denken in Kategorien wie Management individueller Ziele, Kontrolle und Sanktionierung sowie Anhäufung von Expertenwissen bei Managern wird 2025 (hoffentlich) der Vergangenheit angehören. Die Metapher  Host Leadership von Mark McKergow beschreibt diese neue Führungshaltung jenseits von Heldentum aber auch jenseits von Unterwürfigkeit für mich am besten…

Was denkst Du, wie, wo und mit wem wir in 10 Jahren arbeiten? 
Die Frage ist mir etwas zu pauschal, es wird viel mehr Variationen und Möglichkeiten geben als heute (s.o.), aber wie schnell und wie breit sich dies für wen ausbreitet, ist schwer vorherzusagen.

Was hat sich in den letzten 10 Jahren, also in der Zeit von 2004 bis heute, konkret verändert? Kannst Du ein paar Beispiele nennen?

  • Die ständige Erreichbarkeit und das Arbeiten von überall sind praktisch Wirklichkeit geworden in vielen Arbeitsbereichen – der rechte Umgang damit noch lange nicht…
  • Die Anforderungen an den idealen Arbeitsplatz haben sich stark gewandelt – von eher materiellen zu eher immateriellen Wünschen, von Geld zu Identifikation…
  • The war for talents is over – the talent has won… Ansprache, Rekrutierung und Retention von gut qualifizierten „Human Resources“ haben sich stark verändert, die Talente haben somit auch mehr Einfluss auf die Ausgestaltung der Arbeit – und das ist gut so…

Was wünscht Du Dir persönlich für 2025 in Bezug auf Deine Arbeit?
Ich bin in den letzten zwei Jahren in meiner selbstständigen Arbeit meinem „Element“ (so wie von Ken Robinson definiert) sehr nahe gekommen und identifiziere mich viel mehr als früher mit meiner Arbeit. Eigentlich wünsche ich mir nur, dass das so bleibt und mich in 2025 immer noch so motiviert wie heute.

Vielen Dank für Deine Teilnahme an der Interviewreihe - ich freue mich schon 2025 mit Dir gemeinsam diese Antworten noch einmal zu reflektieren. 

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