Fabrice Wegner – Fragensteller und Leiter Inkubation bei der gute_Frage Gruppe

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Wie arbeiten wir in 10 Jahren? Während wir heute oftmals in tradierten Strukturen arbeiten und denken, schreitet die technologische Entwicklung mit weiter zunehmender Dynamik voran. Entwicklungszyklen verkürzen sich, während wir selbst kaum mithalten können. Betrachtet man unter diesem Aspekt insbesondere die sich verändernde Arbeitswelt, so stellt sich die Frage:  Wie wird “neue Arbeit” aussehen? Um diese Fragestellung aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, habe ich Wissenschaftler, Geschäftsführer, Personalfachleute, Führungskräfte, Selbstständige und Angestellte zu Ihrer Vision von Arbeit in 10 Jahren (2024/2025) befragt.


Fabrice WegnerFabrice Wegner

ist schon lange mitten drin im Online Business. Die Digitale Transformation ist bei ihm schon lange kein Thema mehr. Als Leiter Inkubation der gutefrage Gruppe sind richtig gute Fragen genau sein Ding und er ist ganz vorne mit dabei, wenn es um neue Ideen geht.


Welche 3 Begriffe fallen Dir spontan zum Thema „Arbeiten im Jahr 2025“ ein?

  • Beschleunigung
  • Lernen
  • Kreativität

Was verbindest Du mit diesen Begriffen? 
Die “Haltbarkeit” von Unternehmen und deren Produkten ist in den vergangen 20 Jahren immer kürzer geworden. Innovationen verändern Machtverhältnisse und machen bestehende Unternehmen überflüssig. Weltweit arbeiten Menschen daran, gezielt diese Innovationen auf den Markt zu bringen. Wir werden uns also darauf einstellen müssen, dass diese Beschleunigung anhält. Eine Folge daraus wird beispielsweise sein, dass wir öfter unseren Arbeitsplatz und unsere Domänen wechseln. Damit steigt auch die Anforderung, dass wir neue Fähigkeiten erlernen, die wir in den neuen Situationen anwenden können. Da “Best-Practices” mangels Erfolg an Stellenwert verlieren, wird die Nachfrage nach neuen, kreativen Lösungen steigen.

Was denkst Du, wie, wo und mit wem wir in 10 Jahren arbeiten? 
Ich habe die Hoffnung, dass unsere Arbeit menschlicher wird. Der Einfluss von Technologie wird zwar massiv zunehmen, aber diese Technologie wird in den Hintergrund treten und uns dabei unterstützen, uns auf die Menschen zu konzentrieren mit denen wir gemeinsam die eigentliche Wertschöpfung erzielen.

Was hat sich in den letzten 10 Jahren, also in der Zeit von 2004 bis heute, konkret verändert? Kannst Du ein paar Beispiele nennen?
Für mich ist ein Faktor besonders deutlich: Das Internet hat unsere Fähigkeit zur Kommunikation und Beteiligung enorm erhöht. Die Menschen haben durch das frei verfügbare Wissen prinzipiell mehr Möglichkeiten, Erfüllung in ihrem Tun zu finden. Fortbildung durch neue Plattformen im Internet macht beispielsweise die klassischen Berufsgrenzen durchlässiger. Plattformen wie Kickstarter oder Startnext ermöglichen es vielen Menschen, einer Idee nachzugehen und unternehmerisch tätig zu werden. Digitale Startups werden zudem mit Kapital aus Wirtschaft und staatlichen Fördergeldern unterstützt. Durch die erhöhte Verbindung zu anderen Menschen entstehen weltweit Initiativen, die uns als Gesellschaft oder Individuum weiterbringen können. Diese neue Freiheit gibt uns als Gesellschaft auch die Möglichkeit, an großen Herausforderungen zu arbeiten - noch vor dem Staat. Ich denke da z.B. an den XPRICE, change.org aber auch einzelne Initiativen wie die von Michael Bohmeyer, der mit “Mein Grundeinkommen” ein öffentliches Experiment für Bedingungsloses Grundeinkommen gestartet hat.

Warum ist das so? 
Die Wachstumsorientierung unserer Vorgänger-Generationen hat uns mit allen positiven wie negativen Aspekten in die Lage versetzt, heute immer öfter die Sinnfrage zu stellen. Statussymbole und Sicherheit sind heute prinzipiell weniger wichtig als finanzieller Gestaltungsspielraum und Freiheit. Durch die allgegenwärtige Transparenz der Herausforderungen, die vor uns liegen, entsteht ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein bei den Menschen, welche die Zukunft mitgestalten wollen.

Was wünscht Du Dir persönlich für 2025 in Bezug auf Deine Arbeit?
Weiterhin Freude beim Schaffen und Lernen.

Vielen Dank für Deine Teilnahme an der Interviewreihe - ich freue mich schon 2025 mit Dir gemeinsam diese Antworten noch einmal zu reflektieren.

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