Martina Eberl – Personalentwicklerin mit Leidenschaft, auch für den Blick über den Tellerrand

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Wie arbeiten wir in 10 Jahren? Während wir heute oftmals in tradierten Strukturen arbeiten und denken, schreitet die technologische Entwicklung mit weiter zunehmender Dynamik voran. Entwicklungszyklen verkürzen sich, während wir selbst kaum mithalten können. Betrachtet man unter diesem Aspekt insbesondere die sich verändernde Arbeitswelt, so stellt sich die Frage:  Wie wird “neue Arbeit” aussehen? Um diese Fragestellung aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, habe ich Wissenschaftler, Geschäftsführer, Personalfachleute, Führungskräfte, Selbstständige und Angestellte zu Ihrer Vision von Arbeit in 10 Jahren (2024/2025) befragt.


martina-eberl-foto.256x256Martina Eberl

leitet die Personalentwicklung bei Feinkost Käfer und „nebenbei“ die Käfer Akademie. Das gelingt am besten, wenn man eine Leidenschaft für Menschen und die optimale Arbeitsumgebung mitbringt. Sie besitzt beides. 


Liebe Martina, ich freue mich sehr, dass Du Dich bereit erklärt hast Deine Gedanken und Deine persönlichen ArbeitsVisionen2025 hier mit uns zu teilen.

Welche drei Begriffe fallen dir spontan zum Thema Arbeiten in 2025 ein?

  • Anpassungsfähigkeit
  • Vernetzung
  • (Eigen-)Verantwortung

Was verbindest du mit diesen Begriffen?
Eine konstruktive Haltung zu Wandel sowie zu unterschiedlichen Werten und Lebensentwürfen ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Mit Anpassungsfähigkeit verbinde ich zudem die Bereitschaft, sich aus der eigenen Komfortzone herauszubewegen, sein Tun auch mal in Frage zu stellen und sich mit neuen Themen auseinanderzusetzen. Unternehmen, denen es gelingt die Potenziale ihrer Mitarbeiter voll auszuschöpfen und sie optimal einzusetzen, werden einen klaren Wettbewerbsvorteil haben. Dazu wird es notwendig sein, Aufgaben an den individuellen Erfahrungen und Fähigkeiten der Mitarbeiter auszurichten. Neben der Anpassung des bisherigen Job-Designs wird sich das auch auf Organisations- und Kommunikationsstrukturen und Hierarchien auswirken. Foren, Co-Creation, Bar-Camps, Co-Working Spaces, Blogs, Pinterest, etc. – es gibt heute schon viele Kommunikationsformen, die ein optimaler Nährboden für Kreativität, neue Lösungen und einen schnellen Wissensaustausch bieten. Die Fähigkeit, sich mit anderen zusammenzuschließen, Netzwerke aufzubauen, dort Input zuzuführen und sie für die eigenen Aufgaben zu nutzen wird zunehmend wichtiger.  Folglich wird auch für Führungskräfte und Unternehmen das Ermöglichen von  Netzwerken an Bedeutung gewinnen. Neben der unternehmerischen und sozialen Verantwortung und dem verantwortungsvollen Umgang mit Daten denke ich hier vor allem an das Übernehmen von Verantwortung für die eigene Arbeitsfitness. Ein gutes Selbstmanagement, soziale Kompetenz, die eigene Gesundheit zu erhalten und bereit zu sein, lebenslang zu lernen, zählen genauso dazu wie die Fähigkeit, sich eigenständig Wissen anzueignen und seine persönlichen Stärken einzubringen.

Was hat sich in den letzten 10 Jahren, also in der Zeit von 2005 bis heute konkret verändert? Kannst du ein paar Beispiele nennen?
Wenn ich mich in das Jahr 2005 zurück erinnere, sehe ich Overhead-Projektoren, Videorekorder, Faxgeräte und dicke Ordner. Seither hat sich schon viel getan. Dank YouTube, Wikipedia, Blogs, Podcats etc. ist der Zugang zu Wissen heute wesentlich einfacher, schneller und günstiger möglich. Gleichzeitig hat sich die Haltbarkeit von Wissen verkürzt, was ein kontinuierliches Lernen erforderlich macht. Außerdem haben die Anforderungen an Führungskräfte, die Ansprüche an Arbeitgeber und die Erwartungen an Dienstleistungen zugenommen. Eine sehr rasche  Reaktionszeit, hohe Flexibilität und ein möglichst personalisierter Service ist heute für viele Kunden eine Selbstverständlichkeit.

Warum ist das so?
Hier spielen viele Gründe eine Rolle: Technischer Fortschritt, Globalisierung, Vernetzung, gestiegene Auswahlmöglichkeiten, Zunahme von Transparenz und Vergleichbarkeit.

Was denkst du, wo und mit wem wirst du in 10 Jahren arbeiten?
Ich wage mal einen Blick in die Zukunft. Ziemlich wahrscheinlich ist, dass es 2025 neue Dienstleistungen, Aufgabenfelder und Beschäftigungsmöglichkeiten geben wird. Durch die Entwicklung neuer Technologien wird vermutlich die Zusammenarbeit an verschiedenen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten und in wechselnden Teamkonstellationen zunehmen. Die Arbeitsumgebung der Zukunft könnten nach dem Co-Working-Space-Prinzip gestaltet sein. Starre Abteilungsbüros werden durch eine Mischung aus Caféhaus-Ambiente und Kreativ-Räumen mit genügend Rückzugsmöglichkeiten ersetzt werden. In diesem lebendigen Umfeld ist neben Wissensaustausch, Interaktion und Innovation auch konzentriertes Arbeiten möglich.

Was wünscht du dir persönlich für 2025 in Bezug auf deine Arbeit?
Dass ich mit Menschen arbeite, die etwas Positives bewegen möchten. Dass ich weiterhin neugierig bin, es mir gelingt, über den Tellerrand zu schauen und Freude an meinen Aufgaben habe. Dass ich mich fit und vital fühle, nicht zum „alten Eisen“ zähle, sondern meine Erfahrung optimal einbringen kann.  Und dass ich während des Arbeitsalltags immer wieder Zeitoasen zum Querdenken, für neue Ideen und Perspektiven und für den Austausch mit interessanten Menschen finde.

Vielen Dank für Deine Teilnahme an der Interviewreihe – ich freue mich schon 2025 mit Dir gemeinsam diese Antworten noch einmal zu reflektieren. 

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