Stefan Verhey – Gründer, Geschäftsführer und Fragensteller

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Wie arbeiten wir in 10 Jahren? Während wir heute oftmals in tradierten Strukturen arbeiten und denken, schreitet die technologische Entwicklung mit weiter zunehmender Dynamik voran. Entwicklungszyklen verkürzen sich, während wir selbst kaum mithalten können. Betrachtet man unter diesem Aspekt insbesondere die sich verändernde Arbeitswelt, so stellt sich die Frage:  Wie wird “neue Arbeit” aussehen? Um diese Fragestellung aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, habe ich Wissenschaftler, Geschäftsführer, Personalfachleute, Führungskräfte, Selbstständige und Angestellte zu Ihrer Vision von Arbeit in 10 Jahren (2024/2025) befragt.


Stefan-VerheyStefan Verhey

Stefan Verhey ist Gründer und Geschäftsführer von serenize. Hier erweitert er stetig seine Grenzen und die seiner Kunden durch intelligente Fragen und  inspirierende Antworten. Nicht nur deshalb passt er in diese Interviewreihe.


Lieber Stefan, ich freue mich sehr, dass Du Dich bereit erklärt hast Deine Gedanken und Deine persönlichen ArbeitsVisionen2025 hier mit uns zu teilen. 

Welche 3 Begriffe fallen Dir spontan zum Thema „Arbeiten im Jahr 2025“ ein?

  • sehr vernetzte Infrastrukturen am Arbeitsplatz
  • Sinnerfüllte Arbeit
  • Agiles Arbeiten

Was verbindest Du mit diesen Begriffen? 
Der normale Arbeitsplatz wird noch viel stärker digitalisiert sein, als er es heute ist. Mittlerweile hat fast jeder ein Smartphone. In 10 Jahren hat vielleicht jeder eine Smartwatch. Dedizierte Geräte, Türschlösser, Desktop-Computer, etc. werden immer weiter durch mobile Geräte ersetzt. Man nutzt sein Tablet statt Papier, öffnet den Eingang mit dem Smartphone und ist mit seinen Kunden und Kollegen in einem engeren Kontakt. Diese enge Verbindung erfordert auch mehr „Menschlichkeit“. Das sollte auf jeden Fall Teil von allen Ausbildungsmöglichkeiten werden. Gleichzeitig wird die Menge der Arbeit, die nur wenig denken erfordert, immer stärker durch Maschinen ersetzt oder outgesourct. Dies bringt automatisch mehr Sinn für die Mitarbeiter in die Arbeit. Die Mitarbeiter müssen sich mehr mit der Sache, die sie tun, auseinandersetzen und werden mehr nach dem Sinn in ihrer Tätigkeit Ausschau halten. Körperliche Anstrengung wird in die Fitnessstudios verlagert. Oder es wird noch mehr Sport draußen betrieben. Und weil sich in der vernetzten Welt auch immer schneller etwas verändert, braucht man neue Strukturen, die mit Änderungen fertig werden. Wir werden viel agilere Methoden, schnellere Produktzyklen und viel mehr kontinuierliche Verbesserungsprozesse beobachten, als wie das heute noch der Fall ist. Es wird zunehmend wichtiger, dass man auch kurzfristig auf veränderte Bedingungen eingeht.

Was denkst Du, wie, wo und mit wem wir in 10 Jahren arbeiten? 
Die Arbeit wird viel stärker durch die Technik bestimmt sein. Das betrifft Bereiche in der Produktion beispielsweise, wo noch mehr automatisiert werden kann. Aber auch die Arbeit im Büro wird sich noch stärker technisieren. Immer mehr Software hilft dabei, dass die Arbeit gut gemacht werden kann. Papier wird zunehmend unbedeutend. Auch Arbeit von Daheim oder aus dem Café wird immer häufiger. Wenn man nur noch ein Notebook oder Tablet dabei haben muss, wird man viel mobiler seine Arbeit tun können. Bei einigen Unternehmen kann ich mir auch vorstellen, dass ganze Büros wegfallen und jeder von dort arbeitet, wo er gerne arbeiten möchte. Es gibt ja schon größere Firmen, die es heute so tun.

Was hat sich in den letzten 10 Jahren, also in der Zeit von 2004 bis heute, konkret verändert? Kannst Du ein paar Beispiele nennen?
Ja. In den letzten Jahren ist das Internet massiv in die Büros gekommen. Davor gab es das zwar auch schon, aber in den letzten Jahren kamen unzählige Tools hinzu. Vor zehn Jahren waren einige Firmen noch gar nicht mit dem Internet verbunden. Es gab teure Standleitungen zwischen Standorten. Internet bis an den Arbeitsplatz war für viele noch undenkbar. Aber in den vergangenen zehn Jahren haben Mitarbeiter angefangen zu twittern oder Facebook zu nutzen. Social Media ist mittlerweile wichtig für das Marketing der Unternehmen. Die Frage, ob man Facebook am Arbeitsplatz aufrufen darf oder nicht ist teilweise noch mitten in der Diskussion. Und wenn sich in den Firmen direkt nicht viel verändert hat, dann waren es wohl die Mitarbeiter. Ich denke zum Beispiel an die private Nutzung von Smartphones im beruflichen Kontext. Manche nehmen ihre Arbeit mit nach Hause und googeln dort ihre Arbeitsprobleme, statt sich wie früher mit Menschen aus dem nahen Umfeld zu beratschlagen. Auch das Homeoffice hat sich in den letzten Jahren etabliert. Weil sich ganze Arbeitsplätze digital abbilden lassen und Meetings beispielsweise praktisch über Videotelefonie stattfinden können, gehören zumindest einige Tage Homeoffice im Jahr schon zum Alltag vieler. Speziell im Bereich Usability von Software ist auch viel passiert. Viele moderne Anwendungen sind so konzipiert, dass sie sich auf den Anwender konzentrieren. Und das Arbeitsumfeld hat sich dahingehend auch stark verändert. Ein Beispiel: Früher habe ich häufiger Software in Betriebe eingeführt. Damals wurde jeder Anwendungsschritt mit den Mitarbeitern geübt. Wenn ein Kunde anruft, tue dies, dann trage dort jenes ein, usw. Formulare waren von ingeneursmäßiger Akribie geprägt. Heute ist Software eher simpel und intuitiv  und dient häufiger der Unterstützung der Mitarbeiter, denn als Korsett. Stupide Tätigkeiten mit dem Computer sind auch nicht mehr so häufig. Beispielsweise ist es heute üblich, dass Kunden bestimmte Produkte oder Dienstleistungen online bestellen. Wieder eine einfache Tätigkeit, die weitgehend verschwunden ist.

Warum ist das so? 
Ich habe das ja schon oben vorweg genommen. Es hat, denke ich, mit dem Internet zu tun. Das ist immer präsenter geworden. Durch die Vernetzung von allem mit allem, sind einfach viele Dinge erst möglich und denkbar geworden. Und vor allem hat es uns eine Beschleunigung beschert. Und weil es für die meisten Webanwendungen Bedienungsanleitungen gibt, hat sich auch das Verständnis von bedienbarer Software stark gewandelt.

Was wünscht Du Dir persönlich für 2025 in Bezug auf Deine Arbeit?
Um die Zukunft mitzugestalten, habe ich gerade mit zwei Companions eine Firma gegründet. Mit Serenize wollen wir die Vernetzung für Firmen sinnvoll nutzbar machen. Unser Ziel ist dabei, Innovationen oder Ideen der Mitarbeiter in Unternehmen besser zu möglich zu machen. Ich wünsche mir damit persönlich viel Erfolg, weil ich denke, dass viele Unternehmen einen Nutzen aus vernetzter Kreativität schöpfen können. Und ich hoffe, dass damit einige größere globale Schwierigkeiten besiegt werden können, wenn viele Unternehmen einfach schlagfertiger dadurch werden!

Vielen Dank für Deine Teilnahme an der Interviewreihe - ich freue mich schon 2025 mit Dir gemeinsam diese Antworten noch einmal zu reflektieren. 

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