Wolfgang Kasper – Managementberater und Mobilmacher

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Wolfgang Kasper - Managementberater und Mobilmacher

Wie arbeiten wir in 10 Jahren? Während wir heute oftmals in tradierten Strukturen arbeiten und denken, schreitet die technologische Entwicklung mit weiter zunehmender Dynamik voran. Entwicklungszyklen verkürzen sich, während wir selbst kaum mithalten können. Betrachtet man unter diesem Aspekt insbesondere die sich verändernde Arbeitswelt, so stellt sich die Frage:  Wie wird “neue Arbeit” aussehen? Um diese Fragestellung aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, habe ich Wissenschaftler, Geschäftsführer, Personalfachleute, Führungskräfte, Selbstständige und Angestellte zu Ihrer Vision von Arbeit in 10 Jahren (2025) befragt.


wolfgang kasper

Wolfgang Kasper

macht (in) mobil. Sowohl in Bezug auf seine langjährige Führungs- und Beratungserfahrung, in deren Rahmen er schon früh neue Möglichkeiten (mobiler-)online Nutzung z.B. bei Lycos und RTL-interactive mit gestaltete, als auch ganz konkret in seinen Rollen in der Automobilindustrie wo er an der Schnittstelle zum (auto-)mobilen Internet arbeitete. Vom Start-Up bis zum DAX-Konzern und vom Handel bis zur Telekommunikation hat er vielfältige Erfahrungen  sammeln können.


Lieber Wolfgang, ich freue mich sehr, dass Du Dich bereit erklärt hast Deine Gedanken und Deine persönlichen ArbeitsVisionen2025 hier mit uns zu teilen. 

Welche 3 Begriffe fallen Dir spontan zum Thema „Arbeiten im Jahr 2025“ ein?

  • - Flexibilität 
  • - Große, komplexe, überregionale Teams
  • - Bildung, Fortbildung und Eigenverantwortung

Was verbindest Du mit diesen Begriffen? 

Flexibilität in Zeit, Ort und Themen  
Wechselbereitschaft und die Fähigkeit sich anzupassen werden zunehmend wichtiger und das sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Unternehmen. Kein Job oder Thema wird für das ganze Leben ausreichen.
Unternehmen werden sich sowohl an der Schnittstelle zu Außenwelt als auch im Inneren ständig ändern und den Erfordernissen und Wünschen anpassen müssen. Der internationale Wettbewerb wird steigen, Der Standort Deutschland wird sich verändern. Es gibt auch tolle Ingenieure in anderen Ländern.
Beispiel: Werden 0,1% der Chinesen oder Indern Ingenieure, sind dies über 2 Mio potentielle Mitarbeiter oder Wettbewerber. Arbeitszeit wird flexibler (Tag, Woche, Monat, Jahr, Leben) - Mitarbeiter gehen nicht mehr zu starren Zeiten in Rente, Mitarbeiter verlangen nach anderen Incentivierungen und „Entlohnungsmodellen“.
Stärkeres Maß an Individualisierung der Lebensplanungen.

Große, komplexe, überregionale Teams
werden nicht mehr in einem Büro bzw. an einem Ort „sitzen“ sondern überregional und international arbeiten. Das wird zu einer Herausforderung (Änderung) der Mitarbeiterführung (Kommunikation) und zu einer Änderung der Mitarbeiter sowie der Gesellschaft (politische Rahmenbedingungen) führen.
Internationale Zusammenarbeit führt zu internationalem Wettbewerb.
Interkulturelles Know How und Sprachkenntnisse werden noch wichtiger.

In Deutschland bzw. Europa wird sich die Schere zwischen gut ausgebildeten und flexiblen Mitarbeitern auf der einen Seite und den „Anderen“ auf der anderen Seite weiter öffnen. Einmal Bildung reicht nicht. Fortbildung ist die Aufgabe für Mitarbeiter und Unternehmen der Zukunft. Unternehmen und Mitarbeiter sind eigenverantwortlich für ihre Bildung, Weiterbildung und Ihren Erfolg.
Die Politik muss die Rahmenbedingungen hierfür setzen und eine sozialverträgliche Anpassung ermöglichen. 

  • - Stärkeres Maß an Individualisierung der Lebensplanungen.
  • - Stärkeres Maß an Individualisierung der Bildung und Weiterbildung
  • - IoT/M2M sowie die allgemeine Digitalisierung werden stark in die Produktions- und Arbeitsprozesse eingreifen und die nötigen Skills verändern. 

Was denkst Du, wie, wo und mit wem wir in 10 Jahren arbeiten? 

Die Vielfalt wir enorm zunehmen.
Wir werden verstärkt an unterschiedlichen „Arbeitsplätzen“ arbeiten. Diese können „zeitgleich“ an verschiedenen Orten und auch Homebased sein. 
Wir werden Spezialisten aus verschiedenen Ländern zur Lösung der Aufgaben heranziehen. 
Wir werden häufiger Arbeitgeber bzw. Auftraggeber wechseln und an verschiedenen Themen arbeiten.

Was hat sich in den letzten 10 Jahren, also in der Zeit von 2004 bis heute, konkret verändert? Kannst Du ein paar Beispiele nennen?

Produktionsstandorte wurden ausgelagert und aus den Unternehmen ausgegliedert. So sind die einzelnen Arbeitsschritte oder Dienstleistungen in andere Länder mit geringerem Lohnniveau abgewandert. Das wird zunehmend ergänzt durch die Verlagerung von hochqualifizierten Aufgaben entweder ins Ausland oder zu externen Firmen. Grund hierfür ist oft die Verfügbarkeit von Spezial Know How oder eine höhere Flexibilität. Ein Vorgehen, dass sich als Bumerang erweisen kann. 
Der Entwicklungsstandort Deutschland ist trotz immenser Subventionen nicht zwangsläufig der Produktionsstandort – Zum Beispiel, CDs und DVDs. bzw. Solarmodule. Vieles wird hier bei uns bis zur Serienreife entwickelt und dann billiger und standardisiert im Ausland, z.B. China produziert. Ein weiterer Trend ist die Verlagerung der Produktion in Abnehmerländer, z.B. in der Automobilindustrie: Verlagerung in die USA, Mittel und Süd-Amerika, China.
Durch Beschränkungen in der Gesetzgebung sind einzelne Branchen von Hochtechnologie- Entwicklungen abgeschnitten, bzw. diese sind kaum noch möglich, zum Beispiel Biotechnologie, Genetik, Pharmazie.

Warum ist das so? 

Die Veränderungsbereitschaft in Deutschland ist geringer als in anderen Ländern. Dies betrifft sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sowie die Politik. Es werden eher Risiken als Chancen gesehen. Das Investitionsklima für Startups ist schlechter als in anderen Ländern.  Die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind zu eng.
Uns geht es in Deutschland zu gut, warum etwas ändern??

Was wünscht Du Dir persönlich für 2025 in Bezug auf Deine Arbeit?

Ich wünsche mir spannende innovative oder auch disruptive Themen in die ich mein Know How und meine Erfahrungen einbringen kann. Ich wünsche mir heterogene Teams mit denen Aufgaben in einem Maß von hoher Eigenverantwortung und unternehmerischen Denken erledigt werden. 

Vielen Dank für Deine Teilnahme an der Interviewreihe - ich freue mich schon 2025 mit Dir gemeinsam diese Antworten noch einmal zu reflektieren. 

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