Frank Levin – vernetzter kreativer Produktdesigner

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Wie arbeiten wir in 10 Jahren? Während wir heute oftmals in tradierten Strukturen arbeiten und denken, schreitet die technologische Entwicklung mit weiter zunehmender Dynamik voran. Entwicklungszyklen verkürzen sich, während wir selbst kaum mithalten können. Betrachtet man unter diesem Aspekt insbesondere die sich verändernde Arbeitswelt, so stellt sich die Frage:  Wie wird “neue Arbeit” aussehen? Um diese Fragestellung aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten, habe ich Wissenschaftler, Geschäftsführer, Personalfachleute, Führungskräfte, Selbstständige und Angestellte zu Ihrer Vision von Arbeit in 10 Jahren (2025) befragt.


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Frank Levin

liebt und lebt Design. Er st kreativ, entwirft, gestaltet und baut - selbst und mit Unterstützung seines Netzwerks. Damit ist er einer der heute schon vorwegnimmt, was Innovation in Zukunft wieder sein kann: Mut zur Neugestaltung, Lernen aus erkannten Irrtümern und mit Mehrwert vernetzt. 


Lieber Frank, ich freue mich sehr, dass Du Dich bereit erklärt hast Deine Gedanken und Deine persönlichen ArbeitsVisionen2025 hier mit uns zu teilen. 

Welche 3 Begriffe fallen Dir spontan zum Thema „Arbeiten im Jahr 2025“ ein?

Innovation, Netzwerk, Qualität: Das Erreichen der höchsten Evolutionsstufe, perfekte Umsetzung von Fachleuten, face to face Gedankenaustausch

Was verbindest Du mit diesen Begriffen?

Produktentwicklung, Prototypenfertigung, Visionen realisieren 
Verbinden von fachfremdem Know-how, High-Tech im Zusammenspiel mit manueller Fertigung 

Was denkst Du, wie, wo und mit wem wir in 10 Jahren arbeiten? 

Hoffentlich mit den Personen, mit denen wir heute erfolgreich arbeiten, d.h. lokal, global und über Grenzen hinaus.

Was hat sich in den letzten 10 Jahren, also in der Zeit von 2004 bis heute, konkret verändert? Kannst Du ein paar Beispiele nennen?

Der Respekt vor dem geistigen Eigentum anderer ist verloren gegangen… Deutschland ist ein Land der first follower geworden. Fertigung wird unterstützt, notwendige Ideen zur Entwicklung neuer Produkte oder deren Optimierungen werden nicht gesehen. Nischenprodukte, die eine Vielfalt aufzeigen und eine Alternative zur mittelmäßigen Masse bilden, werden nicht finanziert. 

Ein Beispiel: Wir haben für den persönlichen Bedarf eine Schallplattenreinigungsbürste entwickelt, die in der Schallplatten-Szene als Liebhaberstück seit über 5 Jahren bekannt und geschätzt wird. Da seit kurzem auch eine hohe internationale Nachfrage auf unser Nischenprodukt (handmade Solingen - Germany, hohe Qualität & Nachhaltigkeit, unverwechselbares Design) einsetzt , wollten wir die Produktion ausbauen und haben jedoch keine finanzielle Unterstützung von den hiesigen Banken erhalten, da sie nur den lokalen Bedarf sehen. Mit eigenen Mitteln und Vertriebsstrategien stemmen wir es nun aus eigener Kraft die internationale Nachfrage (Südkorea, Hong Kong, USA, Österreich, Schweiz, Luxemburg usw.). Bürstenmacher aus anderen Bundesländern versuchen nun den von uns aufgebauten Markt mit einer einfachen Standard-Reinigungsbürste abzudecken.

Warum ist das so?

Entscheider sind überfordert, da wirtschaftliche Zusammenhänge zu komplex geworden sind. Kurzfristige Reaktion ohne nachhaltige Konzepte sind usus. 

Was wünscht Du Dir persönlich für 2025 in Bezug auf Deine Arbeit?

Höheres Qualitätsbewusstsein in allen Lebensbereichen durch Bildung und Sozialisation und ein Wertewandel.

Vielen Dank für Deine Teilnahme an der Interviewreihe - ich freue mich schon 2025 mit Dir gemeinsam diese Antworten noch einmal zu reflektieren. 

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