Der Buchblog – Die ersten 5 Interviewpartner

Das Buch ist veröffentlicht. Zeit meine Interviewpartner nochmal ins Licht zu rücken, denn ohne sie, wäre das Projekt „ArbeitsVisionen2025“ inhaltslos geblieben und das Buch nie entstanden.

Daher werde ich hier in den nächsten Wochen ein bisschen aus dem Buch plaudern und Gemeinsamkeiten und Unterschiede beleuchten. Beginnen werde ich mit den ersten 5  Interviewpartnern aus dem Buch:

  • Jörg Buckmann, früher HR-Verantwortlicher bei den Züricher Verkehrsbetrieben, heute Blogger und Berater
  • Ralf Lippold, Wahldresdener LeanThinker
  • Prof. Dr. Lutz Becker, Studiendekan für Sustainable Marketing & Leadership an der HS Fresenius
  • Armin Zisgen, ehemaliger Personalmanager und heute Berater
  • Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel

mithin eine Mischung aus Wissenschaft, HR-Verantworlichen und Geschäftsführung. Alles Menschen, die bewusst und mutig über den Tellerrand hinausblicken und sich dafür einsetzen, die kommenden Herausforderungen anzunehmen um Lösungen zu gestalten.

 

Ich versuche mal auf Basis der Interviews eine virtuelle und asynchrone Paneldiskussion (wohl die erste ihrer Art) zu starten:

Frage: „Was denken Sie passiert da rund um uns herum, nehmen wir die Veränderungen gelassen hin, oder reagieren wir und wenn ja, wie? „

Jörg Buckmann: „Die Technologie wird noch mehr Einzug in den Alltag aller Berufe halten – von A wie Automechaniker/-in bis Z wie… naja, Zimmermann (und –frau!) – vielleicht werden die Dächer ja in Zukunft ganz einfach geklebt oder mit Hammerautomaten befestigt. Oder gelasert. Oder werden sie das eventuell heute schon?“ […]

Wollen wir ohne Pilot in den Flieger steigen, auch wenn es technologisch problemlos möglich wäre. Die ganze Entwicklung löst vielleicht eine starke Gegenbewegung aus: Menschen mit Sehnsüchten nach echten Produkten, echten Brötchen vom richtigen Bäcker und dem Wunsch nach echtem sozialen Austausch werden zu einer immer grösseren Bewegung.“

Ralf Lippold: “ Digitalisierung – alle Bereiche des Lebens werden durch eine immer stärkere Durchdringung mit digitalen Technologien „durchwoben“. […]

Hier komme ich zum zweiten Begriff in der Reihe Angst – in einer Arbeitswelt, in der arbeitsrelevante Informationen (bisher) wenig frei fließen und eine persönliche Anwesenheit sozusagen notwendig ist, um an diese in Meetings, Kaffeepausen oder persönlichen Gesprächen heranzukommen, macht das Szenario einer Digitalisierung den Menschen Angst.“

Prof. Dr. Lutz Becker: Wir sind inmitten der letzten Phase, also der Vollendung oder auch des Showdowns der industriellen Revolution. Alles ist möglich. […]

Das alles wird letztlich, um den Begriff von Jeremy Rifkin aufzugreifen, zu einem Ende der Arbeit führen, wie wir sie kennen. […]

Die meisten der Jobs, die wir heute kennen, wird es nicht mehr geben.“

Armin Zisgen: „Die Arbeitswelt von morgen lässt sich nicht in die Fortschreibung der Gegenwart pressen. Für vorschnelle rosarote Trends wie Enthierarchisierung sehe ich keine fundierten Anhaltspunkte. […] Eine Veränderung in den unternehmerischen Machtverhältnissen sehe ich nicht.“

Bernd Altgen: „Die (digitale) Revolution frisst ihre Erfinder oder zurück zum Wesentlichen: (der) Mensch (steht) im Mittelpunkt, Ethik als Leitlinie (und) Gemeinsinn statt Egozentrik/Individualismus. Alles gemeinsam und sozial sowie digital vernetzt. […]

Wer Arbeit hat, wird vernetzt sein und seine Arbeit, abhängig von Branchen, überall ausüben, Maschinen und Technik nutzend, mit Menschen kommunizierend, interagierend.“

 

Frage: Warum gehen wir mit Veränderung, dieser unübersehbaren Entwicklung so um?

Jörg Buckmann: „Sind wir ehrlich: War doch schon immer so. Vielleicht nicht in dieser kurzen Taktung, aber Veränderung gab es immer schon.“

Ralf Lippold: „Menschen hören oft das, was die Masse sagt bzw. was der Nachbar sagt, die Zeitung schreibt – kurz was das Umfeld macht. Wenn alle sagen, es muss so bleiben wie es ist, wird oft im Verhalten der Vergangenheit verharrt. Dabei bleibt wenig Zeit und Kraft auch den Blick nach Außen zu werfen.“

Prof. Dr. Lutz Becker: „Es hat sich historisch immer das technisch-organisatorische Konzept durchgesetzt, das unter den gegebenen Umfeldbedingungen den höchsten Rationalisierungsvorteil mit sich bringt.“

Armin Zisgen: „Weil es keinen sogenannten freien Markt mit gleichberechtigten Teilnehmern gibt. Gerade vor dem Hintergrund der rasanten technologischen Entwicklung brauchen wir eine angemessene Regulierung.“

Bernd Altgen: „Weil im Bemühen um eine populistische Gestaltung Europas […], das Wertefundament der sozialen Marktwirtschaft Deutschlands, der Mittelstand, beschädigt wird.[…] Die europäische Politik und Regulatorik begünstigt Großkonzerne, obwohl sämtliche Krisen von diesen ausgingen.“

 

Aber was passiert da um und herum? Wir sind, wie so oft zuvor, Teil einer Gesamtentwicklung. Einer Entwicklung, die wir heute gerne in sogenannten Megatrends zusammenfassen. Hier tauchen dasn Stickworte auf, wie Demographie, Digitalisierung, Globalisierung, Soziale und kulturelle Disparitäten,  eine wachsende Dynamik und Komplexität. So wehr wir und auch ggf. bemühen, gerade den letzteren können wir nicht entgehen, der technologische Fortschritt hat eine Geschwindigkeit und eine Beschleunigung erreicht, die es unmöglich macht die Bremse zu ziehen. Wir können nur noch mit schwimmen, oder uns eine einsame Insel suchen. Hier weiter leben, und uns der Entwicklung verschließen ist jedoch einfach nicht mehr drin.

Fragen sie sich doch mal selbst: Welcher der oben genannten Trends ist bereits in meinem Leben angekommen und was erwarte ich an Entwicklungen in den nächsten 10 Jahren?

Mehr Gedanken, Impulse und Fragen finden Sie im ArbeitsVisionen2025 Buch.  

HINWEIS: Diese Diskussion hat so nich stattgefunden! Die Antworten sind hier nur teilweise im ursprünglichen Kontext wiedergegeben.
Alle Antworten sind den Orginalinterviews entnommen und finden sich im „ArbeitsVisionen2025“ Buch.